Eine Schönheit mitten im Atlantik

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Cawu

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Akkurater Stunt mit der Liege! :LOL:

;):D

In dem Palmenhain würde ich auch gern mal spazieren gehen. :love:

Wenn ich diesen Influencer da auf dem Baum sehe, die denken auch wirklich nur an ihren Content, sonst ist das Hirn, glaub ich, ausgeschaltet. Ältere können sowas aber auch. Ich war ja letzten Herbst in Weimar und da steht ja nun Goethes Gingko. Alle Touristen kommen daran vorbei. Was wir da beobachtet haben, wie durchweg ältere Personen sich da ganze Zweige abgebrochen haben, wo es paar hundert Meter weiter das Gingko-Museum gibt und man sich aus einer Fülle von Gingko-Souvenirs was aussuchen kann, inklusive ganzer Pflanzen. Gottseidank ist der Baum groß genug, daß der das vermutlich abkann. Der Baum auf Deinem Foto hat es ja wohl schon hinter sich.

Da hast du recht, das ist keine Frage des Alters!

Hallo.
Ich möchte auch noch mitreisen. Wie immer ein bisschen hinterher.

Ich hatte Madeira auch schon seit längerem ins Auge gefasst. In meinem Kopf konnte man da auch mit der Fähre hinfahren, also kann unser Pauli mit. Insbesondere da man da ja viele Wanderungen in der Natur macht.

Also mir ist schon klar dass es eine seeehr lange Anreise wird :)
Nun das mit der Fähre war wohl mal so, aber die scheint es nicht mehr zu geben.

Die Fenchelbonbons könnte ich gerade gut gebrauchen. Wir sind mal wieder in Thailand unterwegs und der ständige Wechsel zwischen 38 Grad draußen und Rolands Bedürfnis nach arktischen Temperaturen bei Windstärke 12 aus der Klimaanlage haben mir eine fetzen Erkältung gebracht.

Ich bin noch ganz am Anfang deines Berichts, mal schauen ob ich euch einholen.

Ja hallo Biene,

schön, dass du auch noch dazugestiegen bist. Hey, dann wünsche ich euch auf jeden Fall noch einen wunderschönen Urlaub in Thailand und pass mit den Klimaanlagen auf!!!
 
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Heute Abend geht es weiter.
Seid mir nicht böse, einen ganzen Tag am Stück schaffe ich nicht mehr, es gibt ja auch so viel zu berichten. 😉
Daher eher kurze Berichte, die hoffentlich trotzdem Spaß machen. .
 
Funchal - Teil I Neu
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24.05.2026 – Funchal

Bom Dia Madeira!

Es ist 7 Uhr morgens. Durch das große Fenster fällt unser Blick direkt auf das offene Meer. Das erste Morgenlicht verwandelt den Horizont in eine Leinwand aus sanften Farben. Der Himmel verschmilzt in Pastelltönen von zartem Gelb über Puderrosa bis hin zu kühlem Blau mit dem Atlantik. Die Weite des Ozeans strahlt eine unglaubliche Ruhe aus.

Es ist nichts Spektakuläres, kein dramatischer Sonnenaufgang, sondern ein leiser, unaufgeregter Moment – und trotzdem wunderschön.

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Dann heißt es: Raus aus den Federn und rein in die Klamotten! Heute wollen wir die Hauptstadt Madeiras unsicher machen und schauen, was der Tag bringt!

Funchal liegt an der sonnigen Südküste von Madeira und erstreckt sich in Form eines Amphitheaters vom Atlantik die Berghänge hinauf. Der Name leitet sich vom portugiesischen Wort „funcho“ für Fenchel ab. Diese Pflanze fanden die frühen Siedler hier in großer Menge vor. Das erklärt auch die traditionellen Fenchelbonbons.

Dank ihrer Lage zwischen Meer und Bergen genießt Funchal ein mildes, ausgeglichenes Klima, das das ganze Jahr über angenehm warm und sonnig ist. Die lebendige Stadt ist das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum der Insel.

Wir parken im Parkhaus Almirante Reis. Es ist 8.30 Uhr und Funchal wirkt noch etwas verschlafen. Die Straßen sind ruhig, nur vereinzelt rollen Lieferwagen über das Kopfsteinpflaster, während sich ein paar frühe Spaziergänger ihren ersten Kaffee holen.

Wir machen uns auf den kurzen Weg zur Markthalle Mercado dos Lavradores. Schon vor dem Betreten fällt der Blick auf die kunstvoll gestalteten Fliesenbilder, die die Wände und Eingangsbereiche schmücken. Diese typisch portugiesischen Azulejos zeigen kleine Szenen aus dem Alltag Madeiras und verleihen dem Gebäude einen ganz eigenen Charme​

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Vor dem Eingang steht eine Blumenverkäuferin in traditioneller, farbenfroher Tracht. Ihre Tracht ist vorwiegend in leuchtendem Rot gehalten. Sie trägt einen weiten, langen Rock aus Wollstoff mit bunten vertikalen Streifen, dazu eine weiße Bluse unter einer eng anliegenden Weste. Auf dem Kopf trägt sie ein kleines, kegelförmiges Wollkäppchen mit einem Zipfel, die sogenannte Carapuca. Sie lächelt als sie uns ansieht und ruft ein fröhliches „Bom dia!“ herüber.​

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Die Markthalle ist offen gebaut, zweistöckig und schon beim Betreten spürt man dieses typische Marktrauschen, nicht laut, aber lebendig. Die obere Etage verläuft wie ein Balkon um die Halle herum; von dort haben wir später einen guten Blick auf das Geschehen unten.

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In der Markthalle selbst herrscht noch angenehme Morgenstille. Einige Händler richten ihre Stände gerade her. Obstkisten werden aufeinandergestapelt, Papayas poliert und Früchte in geometrischer Perfektion arrangiert.

Der erste Blick ist überwältigend: Stände über Stände mit exotischen Früchten, deren Namen wir nicht kennen

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Heute ist Samstag und am frühen Morgen gehört der Markt noch den Einheimischen. Sie kaufen für das Wochenende ein, gehen zielstrebig von Stand zu Stand und wissen genau, bei wem sie kaufen möchten. Zwischen den Ständen wird geplaudert, kurz gelacht und Neuigkeiten ausgetauscht.​

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Wir schlendern durch die Halle und bleiben vor den farbenfrohen Ständen stehen. Eine Unmenge an exotischen Früchten ist dort ordentlich gestapelt. Auf den kleinen Schildern stehen Namen, die wir zum ersten Mal lesen. Einige klingen vertraut, andere wie aus einer anderen Welt.

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Die Cherimoya, die auch als Annona oder Zimtapfel bezeichnet wird, sieht mit ihrer schuppigen Schale aus wie ein Drachenei. Eine weitere exotische Frucht ist die Monstera deliciosa, auch Ananasbanane genannt, die wie ein riesiger grüner Tannenzapfen aussieht. Tamarillo, Guanabana, Papaya, Pitanga und schließlich Maracujas in allen Variationen. Es gibt Tomatenmaracujas, Zitronenmaracujas, Bananenmaracujas und so weiter. Wenn es stimmt, soll es etwa acht verschiedene Sorten geben.

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Ich will ein paar Früchte zum Probieren mitnehmen, hatte im Vorfeld aber gelesen, dass Touristen hier oft und gerne übers Ohr gehauen werden. Vielleicht nicht böse, gemeint, eher geschäftstüchtig. Ein Verkäufer spricht mich an, lädt mich zum Probieren ein. Ich lächle und bitte um faire Preise, da ich von den Tricks gehört hätte. Der Mann nickt, vielleicht ein wenig überrascht, aber nicht unfreundlich. Er erklärt uns ein paar Sorten, lässt uns vorsichtig probieren. Beim Bezahlen (wir finden den Preis angemessen) bekommen wir noch eine Handvoll Pitangas (die zeig ich euch später) geschenkt.​

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Funchal - Teil II Neu
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Danach zieht es uns hinüber zum Fischmarkt.

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Das Angebot hält sich in Grenzen. Viel los ist nicht – vielleicht sind wir zu spät dran? Auf den Edelstahltheken liegen ein paar glänzende Thunfische auf Eis, daneben mehrere Exemplare des berühmten Schwarzen Degenfischs, Peixe Espada Preto.

Wir bleiben vor den schwarzen langen Fischen, mit den gefährlichen Reißzähnen neugierig und ein bisschen fasziniert stehen.

Der Degenfisch ist ein merkwürdiges Geschöpf. Mit seinem langen, schmalen Körper (bis 1,50 Meter), der fast violett schimmernden, dunklen Haut und den großen Augen sieht er aus, als stamme er aus der Tiefsee eines Jules-Verne-Romans. Das ist gar nicht so weit hergeholt, denn genau dort lebt er - in bis zu 1.200 Metern Tiefe, wo es dunkel, kalt und still ist.

Schwarze Degenfische kommen im Nordost- und Zentralatlantik von den Britischen Inseln bis Madeira und den Kanarischen Inseln vor. Sie leben im Meer um die Azoren, Madeira, die Kanarischen Inseln und Nordostafrika. Das Fleisch des Degenfisches ist sehr beliebt und gilt auf Madeira als Delikatesse.

Auf Madeira wird der Schwarze Degenfisch seit mehr als 100 Jahren gefangen. Gefischt wird er mit Angeln mit einer Leine von 1500 m Länge, an der bis zu 50 Hilfsangeln befestigt werden. Mit Tintenfisch bestückte Köder locken die schlanken Tiefseeräuber an. Es handelt sich um eine traditionelle und gezielte Art des Fischens, bei der – im Gegensatz zu großen Fischereischiffen – kaum Beifang anfällt.

Übrigens ist der Fisch im lebenden Zustand kupferfarben bis violett. Seine schwarze Farbe erhält er erst durch die schnelle und tödliche Druckveränderung, der er während der Einholung des Fangs bei der Fischerei ausgesetzt ist. Seine großen Augen leuchten in einfallendem Licht wie die einer Katze. Dieses Phänomen ist bei Tieren, die in einer Umgebung mit geringer Beleuchtung leben, häufig zu beobachten.​

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Sein Fleisch ist überraschend zart, weiß und leicht buttrig im Geschmack, fettfrei und ganz ohne den kräftigen Eigengeschmack vieler anderer Meeresfische. Der Fisch hat keine Gräten, sondern 97 bis 100 Wirbel und keine Schuppen.

Typisch serviert wird er auf Madeira oft mit gebackenen Bananen und/oder Passionsfruch, was zunächst ungewöhnlich klingt, aber erstaunlich gut harmoniert. Espada com Banana.

Männe hatte ja am gestrigen Abend den Fisch gegessen und es hatte ihm sehr gut geschmeckt.

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Jetzt aber genug Fischkunde. Zum Abschluss unseres Marktbesuchs steigen wir noch die Treppen in die obere Etage der Markhalle hinauf.

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Entspannt laufen wir noch durch die Stände der oberen Etage, vorbei an duftenden Gewürzen, getrockneten Früchten und Körben voller Kräuter. An einem Souvenirstand mit bunten Madeira-Motiven bleiben wir stehen, und schon wandert ein kleiner Kühlschrankmagnet als Erinnerung in meine Handtasche.

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Die Markthalle hat im Obergeschoss noch ein gemütliches Café, auf dessen Terrasse wir unseren Besuch ausklingen lassen – bei einem cremigen Cappuccino mit kunstvollen Latte-Art-Motiven. :giggle:

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siha

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Sehr schön, der Besuch in der Markthalle, da habt ihr wohl die richtige Zeit erwischt, alles mit Muße anzuschauen. Toll bebildert, man fühlt sich richtig mitgenommen.
Fischmärkte finde ich auch immer spannend, irgendwie faszinierend, aber auch ein manchmal ein wenig abstoßend

Dann bin ich mal auf das MEHR von Funchal gespannt. ;)
 

Ohio23

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Diese verschiedenen Sorten an Obst sind der Wahnsinn. Allein die vielen Sorten Maracujas.
Wir sind mit verschiedenen Sorten Maracujas aus dem Markt gekommen . Die waren so 😋 lecker. Die Farben und Gerüche dort. Die Gerüche in der Fischhalle jetzt nicht so 🤣.Dank Deines tollen Reisebericht bin ich wieder gedanklich vor Ort 😃.
Das Apartment ist ein Traum. So schön.☀️.
Vielen lieben Dank fürs schreiben ✍️. Ich lese so gerne mit 😃.
 

gumpi67

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Die Markthalle ist ein Traum. Deine Bilder könnten direkt aus einem Reiseführer sein. Man bekommt sofort Sehnsucht danach. :stareyes:
 
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meine Güte… was eine Farbenexplosion! Mir fehlen die Worte 😯 Wunder, wunderschön!!!

Das fand ich auch :love:

Sehr schön, der Besuch in der Markthalle, da habt ihr wohl die richtige Zeit erwischt, alles mit Muße anzuschauen. Toll bebildert, man fühlt sich richtig mitgenommen.
Fischmärkte finde ich auch immer spannend, irgendwie faszinierend, aber auch ein manchmal ein wenig abstoßend

Dann bin ich mal auf das MEHR von Funchal gespannt. ;)

Ja - der frühe Vogel und so... :-p
Ich liebe Märkte - Fischmärkte so semi-gut.
Bin dran mein Lieber :lacry:

Diese verschiedenen Sorten an Obst sind der Wahnsinn. Allein die vielen Sorten Maracujas.
Wir sind mit verschiedenen Sorten Maracujas aus dem Markt gekommen . Die waren so 😋 lecker. Die Farben und Gerüche dort. Die Gerüche in der Fischhalle jetzt nicht so 🤣.Dank Deines tollen Reisebericht bin ich wieder gedanklich vor Ort 😃.
Das Apartment ist ein Traum. So schön.☀️.
Vielen lieben Dank fürs schreiben ✍️. Ich lese so gerne mit 😃.

Durch die Maracujas haben wir uns auch probiert - wahnsinn, was es da für Sorten gibt und auch die verschiedenen Geschmäcker.
Der Geruch auf einem Fischmarkt ist auch nicht so meins :updown:.
Freut mich, dass ich schöne Erinnerungen wecke - ich lasse durch den RB gerade auch nochmals alles Revue passieren :stareyes:

Die Markthalle ist ein Traum. Deine Bilder könnten direkt aus einem Reiseführer sein. Man bekommt sofort Sehnsucht danach. :stareyes:

Danke liebe Helga - auch ich habe beim Schreiben und Sichten der Fotos schon mehrmals überlegt, wann wir denn mal wieder eine Auszeit auf Madeira nehmen könnten. :D


Viiiielen Dank fürs Feedback!
Ich wünsche euch einen schönen Tag! 🙋‍♀️
 

Caroline65

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Diesen Markt habe ich auch in bester Erinnerung! So farbenfroh! Bestimmt hast du in Funchal auch viele Türen fotografiert;)
 

binebiene

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Wir lieben es auch auf Märkte zu gehen und zu schauen was es da alles so exotisches gibt. Und werden auch beim Probieren immer mutiger.

Aktuell sind allerdings eher wir die Exoten auf dem Markt.

Fischmärkte sind allerdings schon eine besondere Herausforderung. Und schon hab ich wieder diesen Geruch in der Nase.
 
Funchal Teil III - Projecto artEpORtas abErtas Neu
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Wir verlassen den Markt und spazieren durch die Altstadt von Funchal, die sogenannte Zona Velha. In dem früheren Viertel der Fischer und Handwerker findet man heute noch Gebäude aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Zum Beispiel die kleine Kapelle Corpo Santo, die zu den ältesten Gotteshäusern der Insel Madeiras gehört. Die Fischer und Seeleute aus Funchal haben die Kirche damals zu Ehren des heiligen Petrus Gonzales gebaut, dem Schutzpatron der Fischer und Seeleute. Sie wirkt wie ein stiller Wächter des Hafenviertels, ein Ort, an dem die Familien der Fischer für eine sichere Rückkehr ihrer Liebsten gebetet haben.
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Die Altstadt von Funchal ist eher schlicht und zurückhaltend. Die Häuser sind niedrig und eng aneinandergebaut, schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster führen zwischen den Gebäuden hindurch. Keine prunkvollen Fassaden oder großen Inszenierungen, sondern auch Bauten, bei denen der Verfall nicht zu übersehen ist. Die Fassaden sind in einem schlechten Zustand, der Putz bröckelt, die Farbe blättert ab, die Dächer sind windschief und die Balkone verrostet.

Gerade diese unaufgeregte, fast minimalistische Atmosphäre macht das Viertel so besonders. Vieles wirkt noch ziemlich ursprünglich und bodenständig. Zwischen den einfachen Häusern findest du kleine Restaurants, Bars und Ateliers. Eine lebendige Mischung aus Geschichte, Alltag und kreativer Szene.​

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Funchal Teil IV Neu
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Das Kunstprojekt „Projecto artEpORtas abErtas“ oder die „Kunst der offenen Türen

Die Straße Rua de Santa Maria gilt als eine der ältesten Gassen Funchals und liegt im alten Hafenviertel. In den 2000er Jahren wirkte sie trostlos, ausgesprochen heruntergekommen und hässlich, viele Häuser standen leer, Türen verwitterten, Restaurants schlossen. Touristen flanierten auf der Promenade direkt am Meer entlang oder besuchten die Restaurants und Bars der modernen Neustadt. Die engen Kopfsteinpflastergassen rund um die Rua Santa Maria galten als Randzone.

Bis der Künstler José Maria Montero Zyberchema 2010 die Idee hatte, die Türen und Tore der Häuser in Kunstwerke zu verwandeln. Als lokaler Künstler wollte er mit Streetart dem verwahrlosten Viertel wieder neues Leben einhauchen. Die Kunst sollte Touristen und Einheimische anlocken, leerstehende Gebäude wieder attraktiv machen und lokale Geschäfte beleben.

Inspiriert vom ligurischen Dorf Valloria, das bereits 1994 mit solchen „Kunsttüren“ für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, gründete er mit einigen Kollegen und engagierten Anwohnern den Kunstverein „artE de pOrtas abErtas“.

Die Stadtverwaltung Funchals hat die Künstlergruppe mit Farben und Materialien unterstützt. Über 160 Künstlerinnen und Künstler aus Madeira und der ganzen Welt haben bei dem Projekt mitgemacht. Seitdem wurden mehr als 200 Türen der alten Häuser verschönert. Bei der Wahl der Motive sind den Künstlern keine Grenzen gesetzt.




Ich nehme euch jetzt mit auf unserem Spaziergang durch die Rua de Santa Maria. Die Gasse ist schmal und das Kopfsteinpflaster uneben. Links und rechts reihen sich Türen, die nicht einfach Eingänge sind, sondern wie aufgestellte Bilderrahmen wirken.

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Nicht nur an Türen, sondern auch auf mehreren Häuserfassaden finden wir Kunstwerke

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Wir lassen uns treiben, von Tür zu Tür, wechseln immer wieder die Straßenseite, weil wir Angst haben, etwas zu verpassen. Wir halten immer wieder an, gehen einen Schritt zurück, um das ganze Motiv zu erfassen, gehen wieder näher heran, entdecken Details, kleine Signaturen, Jahreszahlen.

Auf fast jeder Eingangstür prangen bunte Bilder, Meeresszenen, Porträts, abstrakte Formen, skurrile Figuren, Inselmotive. Manche wirken verspielt, andere abstrakt, wieder andere erzählen kleine Geschichten – jede Tür ist ein Unikat.

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Ron242

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Die Gasse ist ja mal der Wahnsinn. Die vielen Motive, von traditionell bis ganz modern. Wunderschön👍🏻.
 
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Cawu

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@Ron242

Guten Morgen,
ja, es hat großen Spaß gemacht. Man wusste nie, was einem als nächstes erwartet.
Danke für dein Feedbeck, Ron 🙋‍♀️
Schönes Wochenende
 

Ohio23

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Danke für die vielen schönen Bilder und die super Informationen dazu!
So fängt das Wochenende gut an 😃!
Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch ☀️!
 

siha

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Von der "Kunst der offenen Türen" hatte ich noch nie vorher gehört, wirklich sehr schön und beeindruckend. Kann ich mir gut vorstellen, dass das riesigen Spaß gemacht hat. Murals gehen ja ohnehin immer, aber ab jetzt auch Türen!
 

Texelrita

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Liebe Carmen,
habe mich bisher ja mal stillgehalten (was ja gar nicht meine Natur ist 🙈), aber ich bin komplett mittendrin und dabei. Nun nach der Farbexplosion fange ich schon wieder an, darüber nachzudenken ob es nicht doch mal was für uns wäre. Bisher hatte ich das einfach wegen Heinz und Pauli in Kombi mit viel Wind, Steil und vor alem Cobblestones zur Seite geschoben, aber die Bildersind schon extrem triggernd und so wunderschön - dazu die Wohnung mit der Aussicht, mega!

Jedenfalls freu ich mich sehr auf mehr davon!
 
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