Kilimandscharo, Safari & Zanzibar - unsere VaTo-Tanzania-Trilogie 2025

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siha

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Wie es dazu kam … Vorüberlegungen und Vorbereitung

Es war der 8. April 2024, wir standen gerade am Flughafen Barcelona und warteten auf unseren Heimflug, als Amelie sagte: „Ich will nächstes Jahr auf den Kili! Mit dir!“
Ich traute meinen Ohren nicht, meine Tochter, die außer den Wanderungen auf unseren Reisen noch nie eine längere Wandertour unternommen hatte, wollte auf den höchsten Berg Afrikas. Aber nachdem im Jahr davor auf VaTo-Abenteuertour in Uganda gewesen war, hatte sie etwas gut. Und natürlich wusste sie, kaum dass sie den Samen gelegt hatte, dass ich mich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen würde.
Damit verbunden war die Frage, ob wir das überhaupt schaffen könnten, deshalb warf ich noch Indonesien mit Orang-Utans und Komodowaranen in den Ring. Wir schwankten zwischen beiden Alternativen hin und her, bis wir uns einige Wochen später bei einer größeren Familienfeier einfanden. Amelie verkündete der Verwandtschaft, dass sie nächstes Jahr mit ihrem Papa auf Abenteuertour geht, entweder Kilimandscharo oder Indonesien. Ich schaute sie kurz an und unterbrach sie: „Amelie, wir gehen hoch!“
Amelie erfasste die Aussage sofort und verbesserte sich vor versammelter Mannschaft: „Und nächstes Jahr gehe ich mit Papa auf den Kili!“

Die Entscheidung war gefallen und Amelie und ich hatten unser persönliches Begrüßungsritual gefunden, das Ritual, das uns von nun an für immer verbinden würde:
Einer ruft : „Kili! Kili!“
Der andere ergänzt: „Mandscharo“
und beide gemeinsam: „Pole, pole!“ (langsam, langsam!)

Zur Vorbereitung liefen wir zusammen mit Leonie und meinem Schwager im August 24 den Hochpustertaler Höhenweg in den Dolomiten. Dieser ist zwar nicht einer Kili-Besteigung zu vergleichen, trotzdem konnte Amelie erfahren, wie es ist jeden Tag laufen zu müssen, längere Anstiege zu meistern und mit einem gewissen Komfortverzicht zu leben, alles Dinge, auch am Kili eine Rolle spielen würden. Außerdem wollten wir vor Abflug noch ein paar Tage ins Allgäu zum Bergwandern, was wir zeitlich aber leider nicht mehr schafften.
Hier ein paar schnelle Eindrücke aus dem Hochpustertaler Höhenweg.

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Parallel mussten wir aber auch ganz direkte Entscheidungen treffen: Welche Route? Welcher Anbieter? Welche Ausrüstung?

Welcher Anbieter?

Nach Vergleich verschiedener Anbieter entscheiden wir uns schließlich für AT Reisen. Der Inhaber, Peter Kiefer, war selbst schon mehrfach oben auf dem Kili. Er konnte alle Fragen aus eigener Erfahrung beantworten, und nebenbei merkten wir, dass er für die Sache brannte.

Wir fühlten uns während der Vorbereitungszeit also kompetent beraten. Das i-Tüpfelchen war eine 2,5 stündige Online-Session ca. 3 Woche vor Beginn der Besteigung. Hier lernten wir die anderen Mitglieder unser Gruppe kennen, Antje, Martina, Hendrik und Thomas (nur Lennie meldete sich später an), Herr Kiefer ging im Detail alle Etappen durch und keine Frage blieb unbeantwortet. Am Ende der Sitzung hatten wir alle ein positives Gefühl und konnten kaum erwarten, dass es endlich losging …

Welche Route?

Es gibt verschiedene Wege, die auf den Kili führen. (entnommen aus: https://kilimanjarolifetimeadventures.com/wp-content/uploads/2022/11/kilimanjaro-routes-map.png

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Die Marangu-Route die auch als "Coca-Cola-Route" bezeichnet wird, ist die einzige Route, die Übernachtungen in Hütten bietet. Auf den Hütten kann man Cola kaufen – daher der Spitznamen. Sie ist wahrscheinlich die bequemste Tour, bietet aber die wenigsten Akklimatisierungsmöglichkeiten und hat damit die geringsten Gipfelchancen. Sie fiel daher raus. Wir würden also im Zelt übernachten.

Die Umbwe-Route ist eine der kürzesten und am wenigsten überlaufenen Routen in den ersten Tagen. Sie ist besonders im ersten Teil am anspruchsvollsten und damit eher für erfahrene Hochgebirgswanderer geeignet.

Die Rongai-Route die einzige Route, die am Nordhang beginnt. Sie endet in Marangu im Süden und ermöglicht auf beide Seiten des Berges.

Die Lemosho-Route ist der landschaftlich schönste Weg mit einem hervorragenden Akklimatisierungsprofil und teilt sich später den Weg auf den Gipfel mit der Macheme Route.

Die Machame-Route ist auch als "Whiskey-Route" bekannt, da sie im Gegensatz zur Marangu Route keine Hütten hat, und ist mittlerweile der beliebteste Weg am Berg. Sie bietet auch tolle Aussichten und eine gute Akklimatisierung.

Die Mweka-Route wird für den Aufstieg nicht verwendet, sondern u.a. als schnelle Abstiegsroute auch für die Machema -Route

Wir schwankten zwischen Lemosho und Machame. Da Machame bei AT-Reisen terminlich besser für uns passte, wurde es schließlich die Whiskey-Route.


Welche Ausrüstung?

Da wir noch keine Erfahrungen mit hochalpinen Touren hatten, wir im Zelt schlafen würden und unter Umständen auch mit Temperaturen bis -15 Grad rechnen mussten, war das die zentrale Frage. Aufgrund früherer Wanderungen hatten wir bereits einen Teil der Ausrüstung, andere Sachen, v.a. Merino-Sachen mussten wir ergänzen.

Da man bei einer Kili-Besteigung alle Klimazonen vom tropischen Bergregenwald bis hin zur hochalpinen Gipfelzone durchläuft, folgt die Ausrüstung dem Zwiebelprinzip. Will heißen: Mit jedem Wandertag zieht man sich immer wärmer an.

Es macht hier keinen Sinn, jeden Ausrüstungsgegenstand aufzuzählen, daher nur ein paar unabdingbare Essentials:
kurze und lange Merino-Wäsche, ein dünne Daunenjacke mit hoher Isolationskraft und natürlich gute Schlafsäcke. Von früheren Urlauben hatten wir Schlafsäcke mit einem Komfortbereich bis -8 Grad, die für die meisten Übernachtungen ausreichen würden.

Besonderes Augenmerk mussten wir auf die die Gipfelnacht auf über 4600 m Höhe legen, im Extremfall mit Temperaturen bis – 15 Grad) und dem nächtlichen Aufstieg bei eisigen Temperaturen. Für die Zeltnacht nahmen wir noch zusätzlich dünne Daunenschlafsäcke mit, die wir in dieser Nacht zusätzlich als Inlet verwenden wollten. Des Weiteren packten wir zusätzlich zum Buff noch Sturmhauben ein und schließlich noch je ein Paar Fingerhandschuhe und Fäustlinge.

Während der Expedition wird das Hauptgepäck von einem Porter getragen, dabei darf die Tasche nicht mehr als 13 kg wiegen. Ca. 2 Wochen vor Abflug packten wir die Taschen zur Probe und kamen auf ca 10,5 kg. Mit der noch zu ergänzenden Zusatzverpflegung in Form von Energie-Riegeln und der Reiseapotheke lagen wir also locker drunter.

Hier unsere Ausrüstung für die Bergtasche:

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Zusätzlich trägt jeder Teilnehmer noch seinen Tagesrucksack mit Regensachen, Kleidung zum Drüberziehen, 2 Trinkflaschen …

Hier unsere Ausrüstung und Bekleidung für die erste Bergetappe:

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Dagegen war die Ausrüstung für den Sansibar-Teil der Reise doch recht überschaubar :lacry:

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Wir waren startklar und fieberten den Abflugtag entgegen …

Viele Grüße
Harald
 

Cawu

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Eine sehr gute und sehr sinnvolle Vorbereitung für den Berg! 👍
Gute Ausrüstung und Kleidung ist wichtig bei so einer Tour.

Du hast die Sonnencreme für Sansibar vergessen :eek::updown::D
 
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Eine sehr gute und sehr sinnvolle Vorbereitung für den Berg! 👍
Gute Ausrüstung und Kleidung ist wichtig bei so einer Tour.

Du hast die Sonnencreme für Sansibar vergessen :eek::updown::D
Ne, hab ich nicht. Die war bei der Ausrüstung für die Kili-Besteigung dabei, LSF 50.
 
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18. August: Es geht los …

Endlich ist es soweit. Es geht los. Simone und Leonie bringen uns zum Flughafen. Wir fliegen mit Qatar Airways mit Zwischenstopp in Doha über Daressalam zum Kilimanjaro Airport bei Arusha Ziemlich pünktlich hebt unser Flieger ab. Wir fliegen das erste Mal mit Qatar Airways und sind vom Service im Dreamliner ziemlich begeistert, da was zu trinken, dort ein kleiner Snack zusätzlich zum Hauptessen. Nach dem Essen widmen wir uns der Bordunterhaltung. Amelie schaut sich „Wicked“, während ich noch leichtere Kost wähle

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.... und mir Paddington in Peru auf dem Rückflug nochmal anschauen werde.

Die Versuche, ein wenig zu schlafen, sind eher halbherzig und so komme ich nach knapp 6 Stunden ziemlich gerädert um halb vier in der Nacht in Doha an, wo wir fast 5 Stunden Aufenthalt haben.
Wir ruhen uns so gut es geht weiter aus. Auf dem Weg zum Gate des Anschlussflugs kommen wir am Herz des Doha Airports, dem Orchard vorbei, einem künstlichen Regenwald, um den herum die Shops und Restaurants angeordnet sind. Wir merken gleich, Geld spielt in Katar keine Rolle.

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Auf unserem Flug nach Tansania entdecken wir unter den Spielen noch „2048“, das ich vor Jahren mal als App auf dem Handy hatte. Amelie und ich zocken suchtgefährdet bis wir quadratische Augen haben. In Daressalam legen wir noch einen Zwischenstopp ein, einige Fluggäste steigen aus, ein paar andere kommen dazu, während wir im Flieger bleiben müssen. Das dauert etwa eine Stunde. Ein kurzer Flug bringt uns schließlich zum Kilimanjaro Airport. Wie uns der Inhaber von AT Reisen beim Online-Meeting geraten hatte, sitzen wir möglichst weit vorne links.

Links, weil man beim Landeanflug den Kili sehen könnte, aber er verbirgt sich unseren Blicken und wir können nur vermuten, hinter welcher Wolke oder Dunstglocke er stehen könnte.

Vorne, um möglichst schnell in durch die Immigration zu kommen. Als wir den Flieger verlassen, gehen wir zügig Richtung Terminal. In der Hand halten wir Bordkarte und Reisepass bereit, denn das ist das allererste, was bei der Einreise kontrolliert. Mit als erste stehen wir dann an der Immigration, wo das E-Visa gecheckt wird und wir den Stempel im Pass bekommen, während sich hinter uns eine längere Schlange bildet. Das Gepäck kommt auch schon wenige Minuten später. Schnell wechsle ich noch Geld, für einen Euro bekommen wir 2820 Tansania Schilling. Ich stecke den dicken Packen Scheine in den Geldbeutel und bringe ihn fast nicht zu und stopfe das Portmonnaie mühselig in die Tasche. Nicht einmal eine halbe Stunde nach der Landung verlassen wir den Airport. Unser Fahrer wartet auch schon – läuft! Bevor wir zur Kilemakyaro Lodge bei Moshi aufbrechen, kaufe ich noch Wasser. Der Name liest sich doch schon einmal toll:

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Nach einer Stunde Fahrt, wo wir stellenweise ziemlich durchgerüttelt werden und unsere erste „African Massage“ bekommen, erreichen wir die Lodge, wo wir mit einem Erfrischungstuch und leckerem Saft begrüßt werden.

Als ich beim Check-in die Damen an der Rezeption auf Swahili grüße („jambo“) und mich bedanke („asante sana“) habe ich bei ihnen ein Stein im Brett.
Für die kommenden zwei Nächte haben wir dieses Chalet. Die Einrichtung ist eher zweckmäßig, aber alles ist sauber, und kleine Viecher krabbeln oder fliegen auch nicht herum.

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Das Gelände der Lodge mit seinem Pflanzenbestand ist wunderschön.

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Vor dem Abendessen springen wir zur Überraschung und unter der Bewunderung der Rezeptionsdamen bei kühlen Temperaturen noch in den Pool. Auch wenn wir ihn noch nicht gesehen haben, der Berg ist hier einfach allgegenwärtig.

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Kurz vor dem Dinner treffen wir dann auch erstmals unsere Mitreisende in natura. Wir setzen uns mit Thomas und Antje an den Tisch und unterhalten uns gleich gut. Zum Abendessen gibt es, wenn ich mich recht erinnere, eine Suppe als Vorspeise, dann Butter Chicken in einer Curry Sauce, Pommes und Salat und als Abschluss noch Karottenkuchen. Standesgemäß dazu trinken wir ein Kilimanjaro Lager (leider ohne Bild). Später gesellen sich noch Hendrik und Janne dazu. Bis auf Martina, die erst am nächsten Tag anreist, ist unsere Kili-Gruppe komplett. Wir verstehen uns alle auf Anhieb – eine gute Basis für die kommende Zeit.

Morgen haben wir noch so etwas wie einen Eingewöhnungstag in der Umgebung von Moshi, ehe dann die Kili-Expedition startet.

Viele Grüße
Harald
 

Cawu

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Das hört sich doch im Große und Ganzen nach einer entspannten Anreise an. Und ja Kilimanjaro scheint allgegenwärtig zu sein. :D👍.
 
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Das hört sich doch im Große und Ganzen nach einer entspannten Anreise an. Und ja Kilimanjaro scheint allgegenwärtig zu sein. :D👍.

Ja, die Anreise war entspannt, aber auch sehr sehr langwierig. Zusammen mit der Abfahrt zum Flughafen in Deutschland waren wir gut 24 h unterwegs. Besonders gut war natürlich, dass der Transfer zur Lodge problemlos klappte. Ansonsten wäre das vielleicht noch zum Albtraum geworden.
Stimmt, der Kili ist allgegenwärtig. Man sieht ihn nicht und sieht ihn doch überall. Wäre das nicht eine schöne Rästelfrage für ein Märchen?
 
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19. August: Materuni Falls

Wir schlafen erstmal aus. Der Tag begrüßt uns mit herrlichem Wetter. Und wir sehen erstmals den Kili! :love:

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Gegen 9.00 Uhr frühstücken wir. Unser erstes Frühstück in Tansania – lecker. Wir sind ordentlich satt. Generell gilt auch für die folgenden Tage in allen Lodges, Hotels und Resorts, in die wir noch kommen werden, dass man nach dem Frühstück getrost auf ein Mittagessen verzichten kann.

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Heute steht eine Art Ankommenstag an. Wir werden zu den Materuni Falls fahren und danach im Materuni Village erfahren, wie hier der Kaffee zubereitet wird.
Eine 45-minütige Fahrt bringt uns zum Ausgangspunkt der Wanderung.

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Die Vegetation ist üppig, u.a. sehen wir Bananen- und Kaffeepflanzen.

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Unterwegs kommen wir immer an kleinen Verkaufsständen vorbei. Andere zeigen uns Chamäleons, die man gegen ein kleines Trinkgeld fotografieren kann. Die Armut ist allgegenwärtig spürbar, und die Menschen hier müssen einfach schauen, wie sie rum kommen.

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Nach ca. 30 Minuten kommen die ca. 70 m hohen Fälle ins Blickfeld.

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Alle schießen Foto um Foto.

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Lenny und Hendrik gehen am Fuß der Fälle baden. So ein Pech, dass ich „zufällig“ meine Badehose vergessen habe.

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Viele Grüße
Harald

BTW: Ab heute sind hier auch die Fotos von Mitreisenden zu sehen. Aus Gründ der Einfachkeit und Effektivität haben alle Bilder die gleiche Signatur - nochmals danke, dass ich sie verwenden kann!
 
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19. August: Materuni Village

Im Anschluss besuchen wir das Materuni Village, wo uns ein coffee experience erwartet. Alle Stationen von der Ernte bis zum fertigen Kaffee werden erklärt. Dazu singen und tanzen die Einheimischen. Wo es geht werden wir mit einbezogen. Es macht einfach Spaß! Natürlich nehmen wir noch ein paar Packs Kaffee als Mitbringsel mit.

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Anschließend bekommen Mittagsessen mit traditionellen Speisen. Es gibt u.a. Kochbananen, Reis, Kartoffeln, Ugali (Maisbrei), Beef, Gemüse und eine sehr leckere Chilisauce. Es schmeckt richtig gut. Dazu trinken wir das bei den Einheimischen beliebte Bananenbier. Der Geschmack ist für unsere Gaumen gewöhnungsbedürftig und erinnert am ehesten an sehr sehr frühen Federweißen. Der 10 % Alkoholgehalt ist auch nicht von schlechten Eltern und eine Flasche ist dann auch mehr als genug.

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Einen Souvenirshop gibt es natürlich auch, wir sondieren das Angebot, kaufen aber noch nichts, denn es werden sich immer wieder neue Gelegenheiten dazu ergeben.

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Zurück in der Lodge ruhen wir uns aus und checken nochmal unsere Ausrüstung für das Kili-Trekking. Am Abend haben wir ein erstes Briefing mit unserem Chefguide Ben. Er spricht Deutsch und ist uns auf Anhieb sympathisch. Mit jedem seiner Worte steigt unsere Vorfreude. Unsere Aufregung und Spannung steigt und steigt.

Morgen geht es los.
Mit diesem Bus werden wir morgen zum Ausgangspunkt des Trekkings fahren. Sichert euch schon einmal eure Plätze.

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Viele Grüße
Harald
 

Cawu

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Hab meinen Sitzplatz schon mit einer Jacke belegt 😆😉🫣.

Ein toller Start! Der Wasserfall kann sich sehen lassen 💚! Und die Coffee Experience wäre voll meins. Vielen Dank und ich freu mich auf mehr ….
 
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siha

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Hab meinen Sitzplatz schon mit einer Jacke belegt 😆😉🫣.

Ein toller Start! Der Wasserfall kann sich sehen lassen 💚! Und die Coffee Experience wäre voll meins. Vielen Dank und ich freu mich auf mehr ….
Vielen Dank für den netten Kommentar.
Die liebe Carmen! Du kriegst ja mehr - wie könnte ich mich bei dir verweigern 😉
 
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Nach "deutscher Art" soeben mit einem Handtuch einen Platz reserviert :ROFLMAO:
Prima, dass das mit dem Handtuch klappt.
Ich über ja schon für meinen nächsten Reisebericht über Malle!
Da bist du jetzt schon bestens vorbereitet :ROFLMAO:
 

Pemimae

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Ich möchte auch noch mit. Bin zwar jetzt kein Bergsteiger, aber Safari und vor allem Sansibar interessieren mich schon sehr.
 
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Ich möchte auch noch mit. Bin zwar jetzt kein Bergsteiger, aber Safari und vor allem Sansibar interessieren mich schon sehr.
Sehr sehr gerne :)
Ich werde mich bemühen, auch die Kili-Besteigung möglichst interessant zu erzählen, und danach solltest du eh auf deine Kosten kommen
 

Pemimae

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Sehr sehr gerne :)
Ich werde mich bemühen, auch die Kili-Besteigung möglichst interessant zu erzählen, und danach solltest du eh auf deine Kosten kommen
Ach, da habe ich gar keine Bedenken. Du schreibst immer sehr interessant. Es ging mir nur darum, dass dies eine Aktivität ist, die ich auf gar keinen Fall machen würde. Zuschauen und darüber lesen, darauf freue ich mich sehr.
 
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20. August: Pole, pole! Aufstieg zum Machame Camp (3000 m)

Nach dem Frühstück wird es ernst. Unsere Ausrüstung wird auf das Busdach verladen und wenig später geht es los. Mit uns im Bus sind unsere Guides Ben, Elia und Anton, sowie unser Koch Djuma und noch einige andere Helfer mehr. Unterwegs halten wir noch um Wasser zu kaufen, denn am ersten Trekkingtag muss jeder noch selbst für sein Trinkwasser während des Aufstiegs sorgen. An den folgenden Tagen werden wir dann komplett von der Mannschaft versorgt. Wir füllen das Wasser in unsere Trinkflaschen, denn auf dem Berg sind Plastikflaschen und auch Plastiktüten verboten.
Nach ca. 1 Stunde erreichen wir das Machame Gate auf 1800 m. Die übrigen Mitglieder der Begleitcrew stoßen hier noch dazu. Zuerst wird das Gepäck abgeladen, während Ben die Formalitäten erledigt. Wir haben Zeit für erste Fotos und bedienen uns aus unserer großen Lunch Box. Sie beinhaltet u.a. einen gebratenen Hähnchenschenkel, ein Sandwich, ein gekochtes Ei, ein Trinkpäckchen, einen Apfel, Kekse sowie eine kleine Tüte Chips. Naütrlich gibt es hier auch Affen, die sich gerne an den Essensresten bedienen.

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Gut gesättigt nehmen wir die letzte Hürde bevor wir den Nationalpark betreten. Unser Gepäck wir auf Plastiktüten und Plastikflaschen untersucht. Ich bin der erste, entsprechend gründlich geht die Dame vor, bei den anderen wird die Kontrolle dann schon etwas laxer.

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Schließlich sind wir alle durch und der Weg führt stetig bergauf. Tagesziel ist das Machame Camp auf 3000 m Höhe, das wir so in 6-7 Stunden erreichen sollten.
Pole, pole - langsam, langsam! So heißt das Zauberwort am Kilimanjaro, denn langsames Hochgehen ist die wichtigste Grundvoraussetzung für den Gipfelerfolg, und zwar von Anfang an. Und so folgen wir im Gänsemarsch unserem Assistent-Guide Elia, der heute die Führung übernimmt.
Manchmal fällt es schwer so langsam zu gehen, denn jetzt zu Anfang und in relativ niedriger Höhe hat jeder noch Kraft – in den folgenden Tagen wird sich das noch ändern. Und so laufen wir alle am brav im Gänsemarsch hinterher.
Fast alle, denn unser Bergfex Hendrik geht voraus. Er ist in so ziemlich allen Outdoor-Gebirgsaktivtäten bewandert und mit Abstand der Stärkste in unserer Gruppe. Sein Ziel ist es, alle 4000er der Alpen zu bestiegen. In der Schweiz fehlen ihm nur noch 2 davon und zwei Tage vor Abflug war er noch auf einem Viertausender gestanden. Mit anderen Worten: er ist bestens akklimatisiert und kann schneller machen.
Der gut ausgebaute Weg führt durch tropischen Bergregenwald. Die Vegetation ist üppig. Es ist schwül-warm und wir man kann mühelos in kurzer Hose und T-Shirt laufen. Während wir hochmarschieren, überholen uns nach und nach alle Porter.

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Hendrik ist etwas unterfordert und übernimmt noch einen Nebenjob als Träger.

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Für Abwechslung sorgen einige Colobus-Affen hoch oben in den Bäumen.

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Am späten Nachmittag erreichen wir das Camp. Hier ändert sich die Vegetation, denn wir haben den Regenwald verlassen und befinden uns nun im Moorland.
Die Zelte sind schon aufgebaut und die Bergtaschen sind auch schon darin. Alle sind glücklich und freuen sich, dass die erste Etappe geschafft ist.

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Die Zelte sind geräumig. Zwei Leute teilen sich ein Dreimannzelt, so dass genug Platz für die Bergtasche und den Tagesrucksack ist. Wir richten unsere Sachen für die Nacht und versuchen alles, was wir nachts und am nächsten Morgen brauchen könnten, griffbereit zu verstauen. Jeder erhält außerdem eine Schüssel mit etwas warmen Wasser, das für eine Katzenwäsche reicht.

Anschließend ist Tea-Time im Küchenzelt. Es gibt Instant-Kaffee, Instant-Schokolade, Tee und

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... zwei große Schalen Popcorn, über das wir gleich herfallen.

Dieser Anblick lässt unsere Herzen hüpfen: Alpenglühen am Kilimanjaro:

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Zum Abendessen gibt es ein Drei-Gänge-Menü: zuerst eine leckere Gurkensuppe, anschließend gebackenen Fisch mit Kartoffeln und einem sensationellen Avocado-Salat und zum Abschluss frische Früchte.

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Danach gibt Ben das Briefing für den kommenden Tag und auch unser Küchenchef Djuma verrät uns, was uns morgen kulinarisch erwartet.

Dann wir es Zeit für die erste Nacht im Zelt. Ich krieche in den Schlafsack und kuschele mich schön hinein. Natürlich bin ich nicht allein, denn die Gedanken an meine Frau nehme ich natürlich mit hinein, genauso wie alles, was einen Akku hat.

Also gute Nacht Simone, gute Nacht Handy, gute Nacht Powerbank, gute Nacht E-Reader und gute Nacht Stirnlampe …

Viele Grüße
Harald
 
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