Ihr erinnert euch ja bestimmt noch, dass Lanta Animal Welfare aus den Einnahmen eines Restaurants und einer Cooking School entstanden ist. Das Restaurant gibt es nicht mehr, die Cooking School aber schon und auch diese ist eine der Säulen, welche LAW trägt: Time for Lime.
Und welchen besseren Grund sollte es denn sonst geben? Man hat einen netten Abend bei lecker Essen, lernt im Zweifel etwas dazu UND unterstützt ein Tierschutzprojekt.
In der Regel gibt es eine Afternoon und eine Evening Class. Bei der Afternoon Class wäre der Besuch von LAW inklusive, am Abend hat man noch einen kurzen Cocktail Kurs. Gekocht wird von Dienstag bis Samstag.
Eigentlich wollte ich gerne einen der zwei Tage mit Pad Thai und den Nachmittagstermin machen. Der eine ging nicht, weil es unser Anreisetag und damit zu knapp war und der andere ging nicht, weil ich da für abends schon eine besondere Bootstour gebucht hatte und für diese bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sein mussten. Zwei Tage fielen raus wegen "zu scharf" (Papaya Salad) oder "esse ich nicht". So wurde es ein Samstag Abend - und Cocktails gehen doch immer. Wir mussten dann für LAW zwar extra zahlen, aber ansonsten hätte ich den gesparten Eintritt eh gespendet. Da sie sort sehr zuvorkommend sind vermute ich mal, dass man es auch irgendwie hätte verrechnen können oder so.
Zum Thema "zu scharf": ich hatte ihnen vorher geschrieben da auch am Samstag eine tendentiell scharfe Suppe dabei sein würde, man sagte mir aber dass jeder sein Essen selbst würzen würde. Bei Papaya Salad hatte ich dennoch gesunde Zweifel, der muss einfach abartig scharf sein (lest dazu gerne meinen ersten Thailand Bericht). Ansonsten müsst ihr euch aber echt keine Gedanken machen - unser Chef Noi macht sich ernsthaft Sorgen seine Staatsangehörigkeit zu verlieren, weil er absolut gar kein scharfes Essen mag. Als Thai. Wenn er bei uns probiert hat, hat er vorher immer 3x gefragt, ob man wirklich noch nicht viel Chili rein hat
Achso, mir wird ja gerne mal vorgeworfen, dass ich Roland nicht in die Reiseplanung einweihe bzw. daran teilhaben lasse...
Also ehrlich gesagt will er das gar nicht, er will sich da nicht reinfuchsen oder nachdenken. Ist einfach nicht sein Ding. Hierzu mal ein Beispiel: in NYC fragte ich nach seinen Wünschen und der einzige trotz mehrmaliger Nachfrage war, dass er Lady Liberty sehen möchte. Haben wir ganz knapp hinbekommen.
Und selbstverständlich frage ich nach seiner Meinung, zum Besipiel ob er nochmal zu dem Bahn-Markt will (ja), oder eher Hotel A oder Hotel B (egal), ob das Hotel eher in Siam oder am Fluß liegen soll (auch egal) oder ob er die oder die Tour machen will, wenn ich mir selbst unsicher bin.
Ich hatte so eine leise Ahnung, dass ein Kochkurs eventuell nicht seine erste Wahl wäre. Also fragte ich selbstverständlich brav um Erlaubnis und Roland hat zugestimmt.
Es geschah, als er neben mir saß und ganz sicher die Chance hatte mir aktiv zuzuhören. Also gut, eventuell hat er Mario Kart Rennen gespielt. Aber dank Multitasking kann er auf keinen Fall abgelenkt gewesen sein.
Ich fragte ihn also: "Ich buche dann jetzt den Kochkurs, okay?" und er sagte "mmh mmh". Also eine eindeutige Zustimmung. Ohne Zweifel. Gefragt, getan ...
Ich habe ihn dann nochmal informiert, er sagte wieder "mmh mmh". Dass man es durchaus ohne Probleme verstehen konnte hat sein Kollege JP bewiesen, welcher daraufhin fragte: "Sagtest du gerade Kochkurs?" und das Lachen anfing. Ich meine, er saß kilometerweit entfernt und hatte nur den Lautsprecher. Wenn er es verstanden hat, dann hatte Roland definitiv eine faire Chance.
So. Unser von uns beiden herbeigesehnter Kochkurs würde ja erst am Abend starten, daher hatten wir vorher noch ein bisschen Meerzeit geplant. Der von uns bevorzugte Strand war zwar traumhaft schön, jedoch gab es nur wenig Schatten und unter diesen quetschten sich alle verzweifelt.
Eine kurze Recherche ergab, dass der Long Beach wohl die besten Chancen auf ein schattiges Plätzchen bot, also nichts wie hin.
Nun ja, es ist sicherlich nicht der schönste Strand der Insel, aber es hat schon gepasst.
Die gemütlichen Liegen gehören übrigens zu einem Hotel/Resort.
Erst chillten wir ein bisschen auf unserem Handtuch und schließlich beschloss ich ein bisschen schwimmen zu gehen. Roland hatte leider seinen
Turnbeutel Badesachen vergessen - er behauptet aus Versehen (ja klar, Nachtigall ick hör dir trapsen) und wollte auf keinen Fall riskieren dass seine Shorts nass werden. Daher musste er nach ein paar Schritten im Meer wieder umdrehen.
Entsprechend zog ich (fast) einsam meine Bahnen
während Roland sich anderer Kunst widmete.
Eventuell hab ich es dann doch bisschen zu sehr genossen, denn trotz brav eincremen habe ich mir einen fetten Sonnenbrand geholt. Eigentlich sauge ich alles an Sonne auf und plopp ist es weg - ich bleibe einfach konstant weiß, kein rot, kein braun - diesmal war es anders. Man wird wohl nicht jünger.
Die Sonne war mittlerweile auch so doof abgebogen, dass es keinen Schatten gab und so machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel um zu duschen und uns für unseren Kochkurs fertig zu machen.
Und nun ist es endlich: Time for Lime - Cooking for a cause
Wenn man in den touristischeren Gebieten von Koh Lanta wohnt bietet TFL einen Shuttle an, nach Old Town fährt der aber nicht. Wir haben uns überlegt aufgrund des Cocktail Kurses ein Grab zu nehmen, Roland hat dann aber gesagt, dass er halt nur einen trinkt und dann was alkoholfreies.
Bei TFL angekommen hatten wir erst ein bisschen Zeit anzukommen, im Pool zu planschn, uns umzusehen und die anderen zukünftigen Starköche kennenzulernen. Schnell stellte sich heraus, dass wir eine sehr lustige, bunt gemischte Truppe aus einigen Deutschen, einem österreichischen Paar, einer englischen Familie und ich glaube zwei Paaren aus Schweden sind. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und gut unterhalten.
Ergänzt wurden wir abwechselnd durch ein Mädel welches uns die Cocktails lehrte, Junie und Chef Noi sowie einer bunten Mischung fleißiger Helferlein. Hier muss besonders Mama die "beste Currypaste-Maschine der Welt" (TFL legt Wert darauf so viel wie möglich selbst herzustellen) erwähnt werden. Sie ist wirklich uralt und - wow! - sie hat einen Hammer-Bizeps.
UND natürlich durch Thomas und ich meine Penelope. So lernen die Hunde wenn sie so weit sind mit wechselnden fremden Menschen umzugehen.
Zum Warm Up, um die eh schon gelöste Stimmung noch weiter zu lösen und als Unterstützung für den folgenden - keineswegs trockenen - Theorieteil starteten wir dann direkt mal mit der Cocktail Mixing Class.
Wir hatten die Wahl zwischen Lemongras Margerita, Chili Margerita oder Gin Mizz. Es wurde jeweils ein Besipiel gemixt, sodass wir vorab probieren konnten. Alle waren sehr sehr lecker.
Ich entschied mich dann für einen Sonderweg: den Lemongras Chili Margerita (welchen ich mittlerweie zuhause schon mehrfach nachgemacht habe - den Zuckersirup habe ich selbstverständlich selbst gemacht und mit Goldglitze gepimpt)
Mmh, da fehlt das zweite Teufelshorn
Wer mir jetzt gut zusieht kennt am Ende das Rezept.
Und nun: ไชโย (Chiyo)
Dann folgte der Theorieteil mit Junie. Sie ist eine beeindruckende Frau mit einer wahnsinnigen Aura und man merkt mit jedem Wort wie sehr sie das was sie tut liebt.
Wie schon erwähnt wird bei TFL viel selbst gemacht und dazu wird man auch angehalten. Es wird ein großer Wert darauf gelegt uns nützliche Tipps und Tricks zu verraten (z.B. welche die beste in D/A/S/GB erhältliche Currypaste ist, wo man eventuell alternativ im Internet findet - aber nur weil wir keine Mama-Curry-Maschine daheim haben - auf was man beim Einkaufen achten soll, Haltbarkeit, etc.) und am Ende bekommt man natürlich auch eine TFL-Bibel mit den ganzen Tipps und Tricks sowie den einzelnen Rezepten. Es war wirklich wahnsinnig interessant und niemals langweilig - aber ich würde sagen, das muss man einfach mal selbst erlebt haben.
Junie erklärte uns die Grundzüge der thailändischen Küche - jedes Gericht besteht aus folgenden drei Geschmacksrichtungen:
Sauer: It's time for lime. Oder Reisweinessig oder Tamarinde.
Salzig: Durch Fischsauce (
Nam Pla) oder Sojasauce.
Süß: Durch Palmzucker, Kokoszucker oder Kokosmilch.
Manche sagen
Scharf gehöre auch dazu, aber Junie meinte das stimmt nicht zwingend. Musste dabei aber auch ein bisschen grinsen.
Bei allen Geschmacksrichtungen ließ sie die entsprechenden Produkte rumgehen und jeder durfte probieren. Sie nannte auch immer vegetarische oder vegane Alternativen bzw. hatte sie auch da.
Am Ende gab es für uns noch Thailand in one bite (Mieng Kham), eine eher unscheinbares Täschen aus einem Blatt wildem Pfeffer gefüllt mit naja Thailand in one bite eben. Ist doch klar. Schaut gut hin oder eventuell lohnt es sich ja, mir wieder gut zuzuhören
Achtet einfach nicht auf die sch... Transkription von YT - kann man die ausschalten?
So, hier machen wir erstmal eine Pause und ich gebe euch die Chance das alles erstmal einzukaufen und nachzumachen - es lohnt sich.